;

Postnatale Depression

Das könnte Sie auch noch interessieren

Teilen:

Postnatale Depression

Notre expert

Sie tritt meist plötzlich, innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt auf, wobei sich 50% der postnatalen Depressionen bereits 2 Wochen danach entwickeln. 15% erkranken zwischen der 2. und 6. Woche nach der Geburt. Nur wenige erleiden eine postnatale Depression nach dem 3. Monat..

 

 

Die Symptome:

  • Angstzustände (Überzeugung, dass etwas Schlimmes passieren wird oder das Baby in Gefahr ist), kränklich, gefühlsarm (empfindet keine Gefühle für das Kind).
  • Übertriebene Schuldzuweisungen und irrationale Wahrnehmung bezüglich der Geburt, bezüglich dem Stillerfolg und dem Aussehen des Babys.
  • Immerwährende Müdigkeit (keine Verbesserung durch erholsamen Schlaf), Schlafstörungen – wiederholte schlaflose Nächte, Lust den ganzen Tag zu dösen.
  • Mentale Müdigkeit: Energieverlust, kein Interesse am täglichen Leben.
  • Weinen ohne Grund oder Unmöglichkeit zu weinen trotz grossem Bedürfnis.
  • Ausgeprägte Vergesslichkeit, Vernachlässigung der Säuglingspflege und Schuldgefühlen (viele Frauen verlassen das Haus nicht mehr)
  • Konzentrationsschwierigkeiten, enorme Traurigkeit, die sämtliche Reaktionen negativ beeinflusst.
  • Totaler Verlust an Selbstvertrauen (denkt ununterbrochen: es war ein grosser Fehler dieses Kind zu bekommen), gehemmt in den Tätigkeiten – wirkt wie gelähmt.
  • Sie fühlt sich vernachlässigt, verurteilt, kritisiert, ungeliebt und ist eifersüchtig auf andere Frauen, die es besser zu haben scheinen.
  • Sie fühlt sich durch eine Glasscheibe vom Rest der Welt abgeschnitten.
  • Unkontrollierbare Wut, die bis zu Gewaltanwendung am Baby oder älteren Kindern führen kann.
  • Zwanghafte oder gleichgültige Beziehung zum Essen.
  • Totaler Libidoverlust (keine Lust auf Sex).
  • Körperliche Symptome: Herzflattern, Atemschwierigkeiten, grossflächiger Haarausfall, Muskelkater und Krämpfe, somatisieren.

Mögliche Ursachen
Die Veranlagung, frühere psychische Probleme, eine schwierige Schwangerschaft, eine negativ erlebte IVF (In-Vitro-Fertilisation) oder Vererbung sind mögliche Ursachen, die bereits in der Schwangerschaft oder kurz danach eine präventive Behandlung der Frau rechtfertigen.

  • Biochemische Ursachen
    Wie beim Baby-Blues oder der depressiven Verstimmtheit, erleben einige Frauen die massive hormonelle Veränderung äusserst negativ. Der körperliche und psychische Zustand der jungen Mutter beeinflusst direkt die Hormonproduktion und somit ihre Art auf diese Veränderung zu reagieren.

Behandlungsmöglichkeiten
Wann eine Fachperson oder Beratungsstelle kontaktieren?

  • Wenn 6 Wochen nach der Geburt anstelle einer Verbesserung eine Verschlechterung eintritt: sie ist immer noch gleich müde, deprimiert und überfordert.
  • Die Symptome überhand nehmen und sich auf das täglich Leben auswirken.
  • Wenn andere, nicht schulmedizinische Behandlungsversuche nach 10 Tagen keine Besserung bringen.
  • Wenn eine nahestehende Person empfiehlt eine Fachperson zu konsultieren.
  • Wenn sie sich und das Baby vernachlässigt.
  • Wenn sie fürchtet sich oder dem Kind etwas anzutun.
  • Wenn sie Essstörungen zeigt.

Achtung: Sehr oft sagt die junge Mutter nicht, dass oder wie schlecht es ihr geht. Die Aufmerksamkeit des Partners ist daher sehr wichtig, denn falls nötig muss er seine Frau zu einem Spezialisten begleitet.

Wen konsultieren?
Die Behandlung einer postnatalen Depression benötigt die Kombination folgender Kenntnisse: der Psychiatrie, der Geburtshilfe, der Endokrinologie und der allgemein Medizin. Zahlreiche Ärzte wissen zu weinig über psychiatrische Erkrankungen und erkennen die Symptome der postnatalen Depression nicht, da sie sich hinter körperlichen Symptomen (Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme und Appetitstörungen) oder einer Übertragung der Schmerzen aufs Kind, verstecken.
Es ist wichtig eine Ärztin/einen Arzt zu finden, die die Schwere der Situation nicht banalisiert. Dem Partner kommt eine wichtige Rolle zu: er erkennt die beunruhigenden Symptome und hilft seiner Partnerin eine passende therapeutische Hilfe zu finden.

Ideal ist eine kombinierte Therapie:

  • Eine medikamentöse Behandlung: ärztlich verordnete Antidepressiva
  • Eine Psychotherapie: die mit der medikamentösen Therapie einher geht. Eine postnatale Depression ist eine schwerwiegende Krankheit. Sie sollt durch gut ausgebildete Spezialisten aus dem Gebiet der Psychiatrie, Psychoanalyse oder klinischen Psychologie behandelt werden.
    Es ist durchaus normal zu Beginn verschiedene Therapeuten zu treffen bevor man sich für jemanden entscheidet, dem man sich anvertrauen will. Die Patientin soll sich wohl, akzeptiert und ernst genommen fühlen.
  • Eine zusätzliche alternativ medizinische Behandlung unterstützt den Heilungsprozess und hilf der Frau schnell wieder zu Kräften zu kommen, mit der Aussicht, weniger lang und in kleinerer Dosierung Medikamente nehmen zu müssen.

Teilen:

Adressen

Veranstaltungskalender

A lire

Unsere Partner