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Lernen sich zu konzentrieren - wie Sie Ihr Kind unterstützen können

Notre expert

Konzentration ist eine grundlegende Fähigkeit, die jeder Mensch über die Jahre mehr und mehr entwickelt. Die einen mehr, die anderen weniger. Was es damit auf sich hat, wozu Konzentration dient und wie sie gefördert werden kann, zeigen wir in diesem Beitrag auf.
Konzentration - um was es sich dabei handelt

Bei der Konzentration handelt es sich, neben der sogenannten Vigilanz, um einen Teilbereich der Aufmerksamkeit. Sie definiert die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, um ein bestimmtes, definiertes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Wer sich demnach konzentrieren kann, ist in der Lage gestellte Aufgaben zu lösen, so zum Beispiel auch das Lernen. Damit ist Konzentration ausschlaggebend für das Lernen allgemein und insbesondere auch bei Kindern.
Ausschlaggebend ist, dass die genannte willentliche Fokussierung über eine bestimmte Zeit aufrechterhalten wird. Nämlich genau die Zeit, die benötigt wird, um die gestellte Aufgabe zu lösen oder das gesetzte Ziel zu erreichen. Und genau hierin liegt zuweilen die Schwierigkeit. Dabei gibt es jedoch nur ganz wenige Kinder, die sich gar nicht konzentrieren können. Was hingegen oft beobachtet wird, ist dass sich Kinder je nach Situation besser oder weniger gut konzentrieren können. So sind sie beispielsweise beim Spielen oft dermassen ins Spiel vertieft, dass sie ihre Umwelt gänzlich ausblenden, während sie gleichzeitig beim Lösen von Hausaufgaben kaum eine Minute konzentriert überstehen.

Konzentrationsschwäche - wenn Fokussierung nicht gehalten werden kann

Unter Konzentrationsschwäche leidet hin und wieder jeder Mensch. So fällt es zuweilen auch Erwachsenen immer wieder schwer, sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren.
Doch Konzentration wird nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern in der Schule vorausgesetzt. Dabei wird sie jedoch zu keinem Zeitpunkt trainiert. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Kinder mit steigendem Alter ihre Aufmerksamkeit immer besser und auch länger auf bestimmte Dinge richten können. Ist dies nicht wie angenommen der Fall, wird schnell von einer Konzentrationsschwäche oder sogar von einer Konzentrationsstörung gesprochen. Als erste Ansprechpartner gelten dann meist die Eltern, die ihrem Kind eine bessere Konzentrationsfähigkeit beibringen sollen.
Doch dies ist oft gar nicht so einfach, besonders weil einem Kind Konzentration nicht einfach erklärt werden kann und dann automatisch eine Verbesserung stattfindet. Konzentration funktioniert vielmehr wie ein Muskel, der im Fall einer Schwäche trainiert und damit auch gestärkt werden muss. Gleich wie beim Training von Muskelgruppen gilt es dabei durch regelmässiges und graduell zunehmendes Training den Muskel- bzw. den Konzentrationsaufbau zu fördern.

Ursachen von Konzentrationsschwäche

Die Ursachen für Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörungen sind sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern eigentlich die gleichen. Bei Kindern sind die folgenden Gründe am häufigsten verbreitet:

  • Psychische Belastungen: Sowohl Stress, Schlafmangel oder auch emotionale Unausgeglichenheit können in Konzentrationsschwäche resultieren. Ebenso haben belastende Erlebnisse, insbesondere wenn sie nicht verarbeitet werden, einen negativen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit von Kindern.
  • Stress, zu viel Belastung und Unordnung: Egal ob in der Familie oder in der Schule, zu viel Belastung, ein übervoller Terminkalender oder auch zu wenig Pausen sind sehr oft der Ursprung für eine niedrige Konzentrationsfähigkeit. Ebenso erschwerend können äussere Einflüsse wie Unordnung oder ein hoher Geräuschpegel etc. sich auswirken.
  • Körperliche Ursachen: Hinter der Konzentrationsmühe können auch körperliche Ursachen liegen, wie beispielsweise ein unausgeglichener Hormon- oder Mineralstoffhaushalt, mangelnde Bewegung, Unverträglichkeiten oder Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel, Chemikalien oder Umweltgifte oder auch physische Erkrankungen wie eine Grippe, eine Lungenentzündung oder eine Gehirnprellung. Ebenfalls zu den physischen Ursachen kann eine ungenügende Muskelspannung zählen. In solchen Fällen muss das Kind zum Beispiel so viel Energie ins Aufrechtsitzen investieren, dass schlicht nicht mehr genügend für die Konzentration übrigbleibt.
  • ADHS: Eine Konzentrationsschwäche ist nicht per se mit ADHS zu erklären. Vom Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom spricht man erst, wenn die Konzentrationsschwäche zusätzlich von niedriger Impulskontrolle und Hyperaktivität begleitet wird. Fehlt bei der Diagnose die Hyperaktivität, spricht man von ADS.

Merkmale von Konzentrationsschwäche

Wie bereits erwähnt, ist eine punktuelle Konzentrationsschwäche sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern durchaus normal. Dabei kann es sich um eine schlechte Tagesform, eine bestimmte “Flaute” aufgrund der Tageszeit und des eigenen Rhythmus oder schlicht eine punktuelle Unlust handeln. Wenn Sie bei Ihrem Kind folgende Symptome über einen längeren Zeitraum regelmässig beobachten, sollten Sie jedoch hellhörig werden:

  • Defizite in der Ausdauer
  • Schwierigkeit sich zu motivieren
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Zerstreutheit
  • Vergesslichkeit
  • Unaufmerksamkeit

Ein Psychologe oder eine Ärztin wird anhand verschiedener bestehender Tests genauer beurteilen können, ob bei Ihrem Kind eine verminderte Konzentrationsfähigkeit besteht und entsprechend auch individuell angepasste Lösungsansätze aufzeigen können.

Wie Konzentration gefördert werden kann

Wie eingangs erwähnt, will auch Konzentration gelernt sein und entwickelt sich über die Zeit immer stärker. Als Eltern können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, indem Sie störende Faktoren so weit wie möglich eliminieren und Ihrem Kind Möglichkeiten geben, Konzentration zu üben.

Schaffen Sie einen guten Arbeitsplatz & gute Arbeitsatmosphäre

Bereits die direkte Umgebung kann einen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes haben. Sorgen Sie daher dafür, dass es einen klar definierten Arbeitsplatz hat, an dem sich auch alle notwendigen Utensilien für die gestellte Aufgabe befinden. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind, während dem Lernen oder dem Bewältigen einer anderen zugeteilten Aufgabe nicht abgelenkt wird. In Idealfall läuft zu der Zeit nicht das Radio oder das Fernsehen und vielleicht verdeckt ein schöner Vorhang auch die direkte Sicht auf den Spielplatz vor dem Fenster.

Sorgen Sie für einen guten Arbeitsplatz!

Egal ob es sich um Konzentrationsprobleme oder eine Konzentrationsstörung wie ADHS handelt, der Ort, an dem Ihr Kind lernt, sollte ein Lernort sein. Das bedeutet, dass alle Lernmaterialien sich in unmittelbarer Nähe befinden und Ablenkendes wie TV-Gerät oder Spielzeug der Kinder am besten nicht einmal in Sichtweite sein sollten. Schöne Ausblicke, die aber nicht stören, wirken sich gut auf das Allgemeinbefinden aus. Stellen Sie zum Beispiel eine Pflanze auf oder schieben Sie den Schreibtisch ans Fenster, wenn draußen nicht gerade der Spielplatz mit den Freunden Ihres Kindes lauert.

Gehen Sie auf den Tagesrhythmus des Kindes ein

Wir alle funktionieren individuell und unterschiedlich und während Sie vielleicht mittags am produktivsten sind, ist Ihr Kind vielleicht am Nachmittag auf der vollen Höhe. Finden Sie heraus, wann die Zeit ist, zu der Ihr Kind sich am besten konzentrieren mag und kann oder legen Sie beispielsweise eine bestimmte Zeit für die Hausaufgaben fest, so dass Ihr Kind sich über die Zeit daran gewöhnen kann und auch seinen Rhythmus darin findet.

Unterteilung in kleine Häppchen

Insbesondere Kinder, aber zuweilen auch Erwachsene, fühlen sich manchmal aufgrund der schieren Menge oder Grösse einer Aufgabe überfordert. Eben diese Überforderung kann wiederum die Kinder blockieren und sie nervös machen, die wohl schlechteste Voraussetzungen für eine gute Konzentration. Besprechen Sie daher mit Ihrem Kind grössere, längere oder komplexere Aufgaben und legen Sie zusammen fest, welches die einzelnen Schritte sind, um das Ziel zu erreichen. So kann Ihr Kind das ganze in verdaubaren Schritten angehen und seine Aufmerksamkeit ganz gezielt auf bestimmte Dinge fokussieren.
Dieses Unterteilen gilt auch die Zeit betreffend. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass ein Kind sich doppelt so lang (in Minuten) konzentrieren kann, wie es alt ist. Ein 10-jähriges Kind kann sich demnach zum Beispiel rund 20 Minuten gut konzentrieren - danach ist eine kurze Pause hilfreich. Eine längere Pause wiederum sollte nach rund 1,5 bis 2 Stunden eingelegt werden. Wenn Pausen zu lange ausbleiben und grundsätzlich zu wenig Zeit dauern, kann dies zu einer niedrigeren Konzentrationsfähigkeit führen.

Motivation steigern & den richtigen Schwierigkeitsgrad finden

Sowohl wenn eine Aufgabe zu einfach ist als auch wenn eine Aufgabe zu schwierig ist, kann es für Kinder schwierig sein, die Konzentration aufrecht zu erhalten. Es gilt daher immer auch den richtigen Schwierigkeitsgrad für Ihr Kind zu finden und dies je nach dem auch mit den Lehrpersonen anzusprechen. Diesbezüglich ist es ebenso wichtig, Ihr Kind auf zu motivieren. Einerseits, indem Sie ihm immer wieder auch zu Erreichtem gratulieren, andererseits in dem Sie jedoch auch wo notwendig die Motivation für ein Thema oder Fach fördern. So ist Englischlernen anhand eines Songtextes oder einer englischsprachigen Serie um einiges spannender als einfach nur in Form von Vokabeln und Geschichte im Historischen Museum um einiges greifbarer als einfach anhand von Schulbüchern. Indem Sie Ihrem Kind die spannenden Seiten von vielleicht unbeliebtem Schulstoff zeigen, steigern Sie sein Interesse und damit auch seine Konzentrationswilligkeit.

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