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Zusammenfassung einer Konferenz von Dr. Gérard Salem, Psychiater FMH, Familientherapeut und Privatdozent an der Medizinischen Fakultät Lausanne.
Alle haben Angst vor irgendetwas. Aber wie gehen wir mit unseren Ängsten um? Und wie unterstützen wir unsere Kinder, um weniger Angst zu haben?
eine neue
„Vier- bis fünfjährige Kinder lügen, was ein Zeichen für eine gute emotionale Gesundheit ist“, schreibt der Kinderarzt T. Brazelton. Sie lassen ihrer Fantasie freien Lauf, sind jedoch keine chronischen Lügner.
Es gibt soziale, kollektive Ängste wie die Angst vor Lungenkrebs. Diese soziale Angst wird von gewissen Staaten gefördert mit Hinweisen und Fotos auf Zigarettenpackungen, die auf die Folgen hinweisen.
Und es gibt intime Ängste. Ängste sind etwas Natürliches und machen uns lebendig. Ohne Angst können wir uns nicht vor Gefahren schützen. Angst ist vergleichbar mit Schmerzen: sie gehören zum Leben dazu.
Angst führt zu drei fundamentalen Reaktionen • Flucht oder Angriff und Paralyse (Als ob unsere Beine gelähmt wären.) • Beklommenheit, Panikattacken • Phobie (Repetitive Angst: ich habe Angst vor der Angst, weil ich meine Reaktion auf eine gewisse Situation schon im Voraus kenne.)
Mit Miniängsten und Megaängsten umgehen • Miniängste: Die Angst, sich so zu geben, zu zeigen wie man ist. Man wird zum Mitläufer, sagt schnell ja, ohne eigene Meinung. • Megaängste: Einige Ängste kann man aufteilen und sich von anderen unterstützen lassen. „Wenn Du das schaffst, denken wir fest an Dich“….die Unterstützung der Anderen in einem bestimmten Moment kann uns stärken.
Was wir unseren Kindern mitgeben sollten • Seiner Angst sollte man nicht den Rücken zudrehen, sondern sich auf die Konfrontation einlassen. • Die Angst vergessen, indem man singt, betet, sich konzentriert. Dies hilft, sich abzulenken. Die Kinder kennen diese Technik sehr gut. Misshandelte Kinder haben zum Beispiel die Tendenz, sich gleichgültig zu zeigen, die Angst auszublenden. Sie konstruieren sich eine Realität, um zu überleben. • Die Angst mit etwas anderem auflösen. Bei Schmerzen soll man sich gleichzeitig auf den Schmerz und auf das Gefühl in anderen Körperpartien konzentrieren. Damit verliert der Schmerz seine Stärke.
Wenn ein Kind Angst hat, sollte man als Eltern positiv darauf reagieren.“Du hast Angst? Beschreib mir, was Du gerade fühlst.“ Dann sollte man dem Kind seine eigenen Möglichkeiten zeigen, mit der Angst umzugehen. Sich auf sie einzulassen, die positiven Seiten zu sehen. Das hilft dem Kind auch, sein Selbstbewusstsein zu stärken.
Ein Kind hat Angst vor dem Dunkeln Während des Tages soll das Kind das Licht aufnehmen, indem es mit halb geschlossenen Augen zum Fenster hinaus schaut. Wenn es in der Nacht die Angst überfällt, kann es auf die selbe Art die Hexen, Phantome und Wölfe mit dem gespeicherten Licht blenden, damit diese nie mehr wiederkommen.
Eltern sollen keine Angst haben, von der Angst zu sprechen, sondern sie ansprechen und gemeinsam mit dem Kind darüber lachen.
Drei Fragen an Dr. Gérard Salem: Was ist der Unterschied zwischen Angst und Beklommenheit? Es ist Angst, wenn man weiss, was einem Angst macht. Beklommenheit ist Angst, die man nicht identifizieren kann. Man kennt den Grund für seine Beklommenheit nicht, erlebt sie aber sehr physisch.
Was sollen Eltern machen, wenn ein Kind aus Angst vor Albträumen nicht einschlafen will? Wenn ein Kind jede Nacht Angst hat vor dem Einschlafen und dann aufwacht und seinen Albtraum erzählt, entwickelt sich daraus eine Phobie. Eine Möglichkeit ist, das Kind seinen Traum zeichnen zu lassen und ihn so im Schrank oder im Keller zu deponieren. Damit verbannt man den Traum aus dem Haus. Man kann es auch fragen, was danach passiert ist und ihm seinen eigenen Traum erzählen. So wird die Last vom Traum genommen, die Angst wirkt weniger düster und leichter.
Wie kann man wiederkehrende Ängste eines Kindes durchbrechen? Die Angst soll in eine Chance gewandelt werden. „Du hast Angst? Das ist doch gut! Was fühlst Du?“ Damit wird das Kind von seiner Angst abgelenkt. Führen Sie Rituale ein: jedes Mal wenn das Kind Angst hat, soll es zu Ihnen kommen um in ihre Hand zu klatschen. Dies stärkt die Verbindung von den Eltern zum Kind, beruhigt und lenkt vom ursprünglichen Problem ab. |