Zürich | Bern        Suisse Romande

Die Partner von dieFamilie :   


 

Print Me

Partner von BernFamilie:

Kinder Lügen

Kinder

Wieso lügen Kinder?
Wo liegt die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit?
Lügt ein Kind, wenn es seine subjektive Version eines Ereignisses erzählt, welches von einem anderen Kind anders erzählt würde?
Wieso eine Lüge?
Wie soll man sich gegenüber einem Kind, das lügt, verhalten?

Von Anne Jeger, klinische Psychologin

Haben Sie Fragen zum Thema?
Marianne Urfer, Psychologin,
beantwortet Ihre Fragen per Mail.

eine neue

„Vier- bis fünfjährige Kinder lügen, was ein Zeichen für eine gute emotionale Gesundheit ist“, schreibt der Kinderarzt T. Brazelton. Sie lassen ihrer Fantasie freien Lauf, sind jedoch keine chronischen Lügner.

Verschiedene Gründe, warum das Kind nicht die Wahrheit sagt

  1. Es begeht eine Dummheit und gibt jemandem anderen die Schuld
    Wenn das Kind eine Dummheit begeht, kann es das Gefühl haben, dass es böse oder schlecht ist. Das führt dazu, dass es die Verantwortung für seine Handlung einem anderen Kind oder einem Erwachsenen zuschiebt, um nicht schuldig zu sein und „gut zu bleiben“: „Das war nicht ich, das war er/sie.“
    Das Kind lügt auch, um sich vor den Anschuldigungen seiner Eltern zu schützen. Es will weiterhin gefallen und „so tun, als ob nichts gewesen wäre“. Zur Angst, böse zu sein, kommt noch die Angst der Strafe. Je mehr das Kind übermässig Angst vor der Reaktion seiner Eltern hat, desto eher benutzt es die Lüge, um dieser auszuweichen.
  2. Es erzählt Geschichten
    Das Kind erzählt Geschichten von falschen Ereignissen, die keine unangenehmen Folgen haben, weil es nicht immer das hat, was es will. Es fühlt sich klein und machtlos aber auch weil es gerne der Stärkste und der am meisten Bewunderte sein will. Das erlaubt ihm, ohne Risiko zu träumen und sich einen Moment zu gefallen. Hier dient die „Lüge“ dazu, um auf eine andere Weise zu leben und die Realität zu verschönern.
  3. Zwischen 3 und 6 Jahren nimmt sowohl die Fantasie wie auch der Erfindergeist bei den Kindern einen wichtigen Platz ein, was im Spiel zum Ausdruck kommt. Märchen faszinieren sie. Vielfach hören sie die Kinder sagen: „das ist wahr“ oder „das ist nur im Spiel“.
  4. Mit 7 Jahren wird der Unterschied zwischen der Realität und der Fantasie klarer.
  5. Die Lüge, um sich zu widersetzten und eine Reaktion herauszufordern
    Zu einem bestimmten Zeitpunkt, liebt es ein Kind, das Gegenteil zu sagen, was die Eltern äussern. Man findet es starrköpfig. Es ist ein Spiel, auf das man besser mit viel Humor eingeht, um die Situation nicht zu verderben und eine unnötige Auseinandersetzung herauszufordern.
  6. Die Lüge in der Familie
    Erwachsene sind manchmal in der Situation, dass sie durch Weglassung lügen, denn „die ganze Wahrheit ist nicht immer gut“. Einige Eltern erfinden Geschichten über die Geburt der Kinder, über den Tod oder behaupten stur, dass es das Christkind gibt. Schnell erfahren die Kinder in der Schule, dass das Christkind ein Märchen ist, aber die Eltern fahren weiter, ihnen glaubhaft zu machen, dass „es wahr ist“, obwohl es in Wahrheit „nur ein Spiel“ ist.
    Es ist klar, dass das Kind gern an das Christkind glaubt. Aber wenn es die Wahrheit entdeckt, müssen wir als Eltern unsere Pflicht wahrnehmen und die Wahrheit gestehen. Es wird enttäuscht sein, aber das gehört zur Lebenserfahrung.

Wieso lügt das Kind?
Die Gründe sind zahlreich und unerschöpflich:

  • um unschuldig zu sein.
  • um nicht zu enttäuschen und weiterhin zu gefallen.
  • um sich nicht in einer schwachen Stellung zu befinden, weil es Angst hat nicht mehr geliebt zu werden.
  • um sich zu vergewissern, „das kann nicht ich gewesen sein“.
  • um eine Realität, die es nicht ganz befriedigt zu verschönern.
  • weil seine Umgebung von ihm zu viel fordert, muss es diesen Zwängen durch die Lüge entfliehen, um wie ein Kind zu leben.
  • um ein Person zu erfinden, die es gerne sein möchte (vgl. der imaginäre Freund zwischen 3 und 6 Jahren, der Wunder vollbringt!)
  • um ein Geheimnis zu haben sowie das Recht einzufordern, selbstständig zu sein und nicht alles sagen zu müssen; gerade aus diesem Gesichtspunkt „ist Lügen nicht immer etwas schlechtes“ (Psychoanalist C. Hamos ).

Manchmal, wenn seine Eltern kompromisslos sind oder das Kind misshandeln, sichert die Lüge auch sein Überleben.

Wie soll man sich gegenüber einem Kind, das lügt, verhalten?

  • Es weder beschuldigen noch verurteilen – erinnern Sie sich an die Zeit, als Sie Kind waren.
  • Nicht wütend werden, das hilft nichts, ausser Ihren Druck abzulassen.
  • Sagen Sie ihm, dass Ihnen sein Verhalten missfällt, aber vermeiden Sie eine Konfrontation.
  • Versuchen Sie mit ihm die Umstände zu verstehen, die zu einer Lüge geführt haben.
  • Versichern Sie ihm seine Liebe, was immer auch geschieht.
  • Erklären Sie ihm, dass viele Leute Angst haben, die Wahrheit zu sagen, aber dass es Vertrauen in Sie haben kann, und dass, was immer auch geschieht, Sie es weiterhin lieben.
  • Beharren Sie nicht darauf, dass es Ihnen die Wahrheit sagt, es wird in sich kehren, und Sie können nicht mehr mit ihm kommunizieren.
  • Wenn Sie sich getäuscht haben, geben Sie es zu und entschuldigen Sie sich. Sagen Sie ihm, dass es Sie beunruhigt, es auf diese Art und Weise handeln zu sehen.
  • Wenn es sich versteift, können Sie ihm sagen, dass Sie verstehen, dass es nicht immer leicht ist, die Wahrheit zu sagen, dass man sich schämt, gelogen zu haben: „Ich weiss nicht, ob du die Wahrheit sagst oder lügst, aber wenn du lügst, versuche es nicht zu wiederholen, wenn du die Wahrheit sagst, entschuldige, dass ich an dir gezweifelt habe“:
  • Nehmen Sie Puppen oder Geschichten, um das Thema zu behandeln.

Sie können eine Änderung feststellen, wenn Ihr Kind Ihnen künftig gewandt und mit Humor von seinen Lügen erzählt, und natürlich auch, wenn es Ihnen direkt die Wahrheit sagt!
Wenn die Lügen andauern, fordern Sie vielleicht zu viel. Wechseln Sie Ihre Haltung, öffnen Sie die Türen zum Gespräch, bleiben Sie bescheiden, Sie waren auch einmal ein Kind.

T. Brazelton hebt verschiede Zeichen hervor, die zeigen, wenn ein Kind seiner Fantasie nicht freien Lauf lassen kann:

  • Selbstbestrafung
  • Rückzug
  • übersteigerte Nichtverfügbarkeit
  • Zeichen von allgemeinen Ängsten und einer persönlichen Abwertung
  • einen Anstieg der nächtlichen Schrecken und Ängste.

Wenn Sie beunruhigt sind, fragen Sie Ihren Kinder- oder Hausarzt um Rat.

Wenn Sie sehr beunruhigt sind, weil Ihr Kind fantasiert, holen Sie die Meinung eines Psychologen ein.

„Die chronische Lüge ist nur ein Symptom einer Angst oder einer unterschwelligen Furcht. Man muss sie berücksichtigen und nicht versuchen, sie auf die Seite zu schieben.“ (T. Brazelton)
Das kleine Kind ist sich seiner Handlungen nicht bewusst. Das Schuldgefühl kommt nach der Handlung als Antwort auf die Missbilligung. Nach und nach erlangt es das Gefühl der Schuld und die Wertung von gut und schlecht.


  

Siehe auch

 

Veranstaltungen

 
 

In unserer Rubrik

Unsere Favoriten

Für weitere Informationen, klicken Sie auf die Adresse.

 

  • Weckapparat: Krankenkassenvergütet, seit langem bewährt, über 85% Erfolg.
    2520 La Neuveville
    032 751 27 95

 

Adressen

No Keywords
  

Suisse Romande
quicksite  Powered by quicksite v 4.6.5  © 2002-2012 All rights reserved